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„Das Gehirn verfügt über eine natürliche Fähigkeit zur Verarbeitung belastender Erfahrungen.“  Francine Shapiro 1948 - 2019

EMDR-Therapie 

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wurde Ende der 1980er Jahre von der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt. 

Ursprünglich wurde die Methode als hochwirksame Form der Traumatherapie zur Behandlung von traumatischen Belastungsstörungen eingesetzt – unter anderem bei Kriegsveteranen mit posttraumatischen Belastungsreaktionen. Seitdem wurde die EMDR-Methode kontinuierlich wissenschaftlich untersucht und weiterentwickelt. Heute ist EMDR international als effektive Methode zur Traumaverarbeitung anerkannt und wird in vielen Ländern als evidenzbasiertes Verfahren eingesetzt.

 

​In Deutschland wird EMDR seit 2006 für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung im Erwachsenenbereich als wissenschaftlich anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren geführt. 

 

Inzwischen wird eine EMDR-Behandlung nicht nur bei klassischen Traumafolgestörungen eingesetzt, sondern erweist sich auch als wertvolle Unterstützung bei:

  • belastenden Lebensereignissen

  • spezifischen Ängsten und Phobien

  • Tinnitus

  • Misophonie

  • Zwängen

  • Stress

  • psychosomatischen Beschwerden 

  • negativen Selbstüberzeugungen 

Wie wirkt EMDR?

Während einer therapeutischen EMDR-Sitzung wird durch bilaterale Stimulation die natürliche Verarbeitungsfähigkeit des Gehirns gezielt aktiviert.

 

Diese bilaterale Stimulation kann in meiner Praxis auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • geführte Augenbewegungen

  • auditive Reize – wie abwechselnde Töne über Kopfhörer oder einen Klangkragen

  • taktile Impulse, beispielsweise ein sanftes, abwechselndes Klopfen
     

Durch diese rhythmische Aktivierung beider Gehirnhälften wird die Verarbeitung belastender Erinnerungen effektiv unterstützt. Dieser Prozess ermöglicht:

  • spürbare emotionale Entlastung

  • gezielte Reduktion von Übererregung im Nervensystem 

  • gesunde Integration belastender Erfahrungen

  • befreiende Neubewertung alter Erlebnisse
     

Das belastende Ereignis bleibt zwar als Erinnerung bestehen, verliert jedoch seine überwältigende emotionale Intensität und belastende Stressreaktion. Auf diese Weise wird das Erlebte sicher und abschließend in das eigene psychische System integriert.

Die 8-Phasen der EMDR-Sitzung

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Pragmatische Traumatherapie

Traumatische Erfahrungen können das Nervensystem nachhaltig prägen und das tägliche Wohlbefinden massiv einschränken. Manche Ereignisse wirken auch Jahre später noch nach – oft in Form von chronischer innerer Anspannung, Übererregung, emotionaler Taubheit, Ängsten oder diffusen psychosomatischen Beschwerden.

Die pragmatische Traumatherapie ist ein strukturierter, stabilisierender Ansatz zur gezielten Bearbeitung solcher psychischen Belastungen. 

Sie stellt eine wertvolle Erweiterung der EMDR-Therapie dar und integriert deren wirksame Elemente in ein besonders ressourcenorientiertes Gesamtkonzept. 

Im Mittelpunkt steht dabei immer die behutsame Regulation des Nervensystems sowie der Aufbau von innerer Sicherheit – nicht die Konfrontation um jeden Preis.

Erweiterung der EMDR-Therapie

Die pragmatische Traumatherapie nutzt zentrale Elemente der EMDR-Therapie, insbesondere die bilaterale Stimulation, und ergänzt sie um hochwirksame, stabilisierende und ressourcenorientierte Methoden. 

In diesem therapeutischen Rahmen werden EMDR-Elemente gezielt und individuell dosiert eingesetzt. Gleichzeitig fließen Techniken zur aktiven Nervensystemregulation, gezielten Körperwahrnehmung und nachhaltigen Stärkung innerer Sicherheit kontinuierlich in die Arbeit ein.

Das primäre Ziel ist eine schonende Traumaverarbeitung belastender Erfahrungen, um eine Genesung ohne emotionale Überflutung oder Retraumatisierung zu ermöglichen.

Vorgehen in meiner Praxis

Die therapeutische Arbeit erfolgt in klaren, nachvollziehbaren Schritten: Zunächst steht der Aufbau von emotionaler Stabilität im Vordergrund. Hierbei werden innere Ressourcen gezielt gestärkt und das Nervensystem nachhaltig reguliert, um die eigene Resilienz zu erhöhen. Erst wenn ausreichend Sicherheit im therapeutischen Prozess vorhanden ist, wird die Bearbeitung belastender Erinnerungen im Rahmen der Traumaarbeit vertieft. Das Tempo richtet sich dabei stets nach Ihrer individuellen Belastbarkeit, denn in meiner Praxis gilt das Prinzip: Stabilität geht immer vor Aufarbeitung.

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